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Die Frauen, die Kunst und der Staat 11

Ich wandte mich ab. Buchholz, der in einer Tageszeitung gerade innerhalb eines Galerie-Tests zum 'Nettesten Galeristen Kölns' erkoren worden war, kümmerte sich mit einer Engelsgeduld um den aufgeputschten Mann. In dem Galerie-Test hatte sich ein Reporter als armer Student verkleidet, hatte sich alte Jeans angezogen und war von Galerie zu Galerie gelaufen, naive Fragen stellend. Außer bei Buchholz war er überall unsanft vor die Tür gesetzt worden. Ich wandte mich gerade rechtz

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Dummerweise probierte ich den 'Stoff' als erster. Der 'Stoff' wurde aus einem 50-Liter-Benzinkanister per Benzinpumpe gepumpt. Beides, Kanister und Pumpe, hatte der Mixer-TYP - er hieß Alfred mitgebracht, sowie Spirituosen für fünfhundert Mark. Auf den Benzinkanister malte er einen schwarzen Totenkopf mit zwei gekreuzten Knochen. Nachdem ich ein paar Schluck probiert hatte, war der Abend nicht mehr derselbe. Von da an war alles anders. Gleichzeitig drängten von Außen unerwart

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Insgesamt hatte ich nahezu ein ganzes Jahr lang gearbeitet. Mehr als jeder in Köln lebende oder auch tote Künstler. Nun mußte ich in Köln meinen Weg machen, egal in welchem Bereich, denn in Köln war jeder Bereich Kunst und kein Bereich Arbeit. Köln war die modernste Stadt Europas, genau aus diesem Grunde. Hier tobte bereits die allumfassende Freizeitgesellschaft der kommenden Jahrhundertwende, hier war Joseph Beuys Satz 'Jeder Mensch ist ein Künstler' schon im Vorwege Wirklic

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Gewiß hatte auch mich das 'Klein-Köln' schon einmal gerührt, wenn auch nur für Minuten. Vielleicht waren es nur Sekunden. Und unbestreitbar hatte selbst Daniel Buchholz sich einmal, mindestens einmal dort sehenlassen. Irgendeine Art hohen Gefühlswert mußte dieses Lokal, das es in jeder Stadt der Welt mit mehr als einem Künstlergab, wohl haben. Wo immer sich zwei oder mehr Künstler abens trafen, zwischen Hongkong und Zürich, gab es zum Kehraus Hans-Albers-Geschnulze in rötlich

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Im 'Dos Meckis' verkehrte Daniel Buchholz, ein junger Spund, der wie im Märchen die interessanteste Galerie der Stadt von seiner Mutter geerbt hatte. Als ich ihn sah, drückte ich ihm das neueste Plakat in die Hand, jenes, auf dem wir uns von Drogen distanzierten. "Wieso denn das? Dann ist doch alles nicht mehr aufregend!" Er trug lange blonde Haare, wie sie heranwachsende Jugendliche in französischen Bürgerfamilien seit hundert Jahren zu tragen pflegten. 'Lange Haare' stand d

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Wir liefen durch die Straßen. Das reine Glück. Die vielen Geschäfte, all die netten Menschen. Kölner seit zweitausend Jahren. Hennes & Mauritz. Die gute Musik zog einen hinein, in den Hennes & Mauritz Shop. Ich wurde gleich noch besser gelaunt. "Ästhetik für Alle! Darum geht es hier, das ist das Prinzip dabei. Ist das nicht wundervoll und demokratisch? Das ist: FORTSCHRITT!" Alles sah schick aus, nichts kostete mehr als neununddreißig oder neunundfünfzig Mark. Eine echte Erru

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Die Akademie war ohne Beuys auch nichts anderes mehr als eine studentoide Studenten- universität, wie sie in jeder blöden mitteleuropäischen Kleinstadt zu finden war, etwa Heilbronn, Hildesheim, Hannover, Heidelberg. Das hatte mit dem sogenannten Klüngel zu tun, dem Kölner, der sich hinter den Kulissen im Bundesverband Deutscher Galerien durchsetzen konnte. Ein paar Jahre noch klotzte Düsseldorf mit lustigen, aufwendigen Mammutsondermessen dagegen an, etwa mit der internation

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... Die 92 Partys mußten bewältigt werden. Neue Discotheken schienen extra für die Messe aufgemacht worden zu sein. Und überall die enervierende Acid House Musik, die einem schnell auf den Wecker ging. Ein harmloser Aquarellist lief mit 350 Trips am Kölner Glitzer-Flughafen in die Zollfahndung: "Das sind genau fünf Jahre", meinte der Barmixer wütend. Offenbar war er ein Freund des harmlosen Aquarellisten. Fünf Jahre Knast, Klingelpütz, auf jeden Fall: er wollte mit Drogenpart

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