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Die subjektive Kritik

Dr. Volker Mundt, Rechtsanwalt in Berlin, Literaturkenner und medialer Gegenpart von Ferdinand von Schirach, hat in der Folge einer verlorenen Wette den Debütroman von Ruth Herzberg "Wie man mit einem Mann unglücklich wird" besprochen - für seinen Freund, den Schriftsteller Joachim Lottmann, der wiederum der jungen Autorin zu helfen versprochen hatte. Hier ist das sehr spezielle Ergebnis, ein kleiner, authentischer Aufschrei, den kein Feuilleton drucken würde und den genau deshalb die Gesellschaft der Literaturfreunde dem Buchmarkt nicht vorenthalten möchte:

DIE SUBJEKTIVE KRITIK

von Volker Mundt

Ja ähnlich wie die arme Ruth Herzberg hat mich die Schwermut im Griff, weil ich auch gerade in einem Anfall von Pflichterfüllung und Masochismus die ersten 83 Seiten des Buches gelesen habe. Sorry, mehr geht wirklich nicht, ich bin kurz vorm Suizid!

Wie geahnt Frauenliteratur, bei der man sich als Mann nur schämen muß. Selbstverständlich wollen Männer Sex und Frauen Liebe. Du hast das auf dem Deckel mit "Jane Austen meets Henry Miller" schon ganz gut getroffen (hast es also doch gelesen). Schreiben kann Sie hervorragend, und es ist auch mit ein bisschen Humor angereichert, sonst wäre ich jetzt schon tot. Der Schreibstil ist lässig modern und sehr gut lesbar. Aber das Buch ist sowas von depressiv, das geht bei mir gar nicht. Das ist ja fast wie Hertha Müller nur mit besserem, lässigeren Schreibstil. Bei Hertha Müller habe ich nur 10 Zeilen geschafft, sonst wäre ich tot.

Sie, also Ruth Herzberg, beschreibt die typische, träumerische, ungezügelte, geile Prenzlauer Berg Bitch, die zu Recht an sich selbst verzweifelt, weil Sie an den gutaussehenden, erfolgreichen, missbrauchenden, ja vergewaltigenden Mann gerät, aber Sie braucht das. Ich glaube, der Typ ist Werner Suhl, der macht das auch so. Leidet aber zwischenzeitlich an Alimenten, und seine Liebschaften stalken ihn, nicht nur mit SMS, und er muss bitter leiden (das schreibt Herzberg natürlich nicht).

Für Sie ist der Mann Psychopath, dabei leidet der Ärmste doch auch nur unter seinem Testosteron. Zumindest schildert Sie eindrücklich, warum er wohl mit ihr nur alle drei Wochen wild vögelt, ich habe für den Kerl vollstes Verständnis. Bei solchen Frauen laufe auch ich nur weg !!! Die Ärmste ist aber von solchen Kerlen abhängig. Ich glaube das ist ähnlich wie die "Feuchtgebiete", habe ich auch nicht gelesen. Also es ist ziemlich Porno und verkauft sich deshalb bestimmt gut.

Leider habe ich nichts Neues mehr ab Seit 40 gelesen; hat man die ersten 40 Seiten gelesen, dann wiederholt sich irgendwie alles. Typische Frauenprosa. Das Leiden beim Lesen wird durch Wiederholung verstärkt. Ich denke, wenn Du Alice Schwarzer die Rezension schreiben lässt, dann gibts 5 Sterne plus.

Ich weiss jetzt musste deine Rezension selber schreiben, weil vorheriger Verriss ist unbrauchbar. Ich will aber trotzdem den neuen Kracht, nicht als Belohnung sondern als Schmerzensgeld! Sonst wirst Du verklagt ,-)

PS : Vieleicht noch eine positve Anregung für deine Rezension" Eine tiefsinnige wahre Beschreibung der tragischen Beziehungen und des Verfalls der Liebe der heutigen Zeit" ??? Ahhhh wo ist mein Strick zum Aufhängen?