Joachim Lottmann: DER BLOG ZUM BUCH
- Joachim Lottmann
- vor 5 Stunden
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Auch Markus Lanz beschäftigte sich gestern noch einmal mit der Münchener Sicherheitskonferenz, und er hatte erneut Florence Gaub dabei (Foto), die ihm in Kriegsfragen eine bewährte Mitspielerin ist. Kommen wir, wie in meinem neuen Roman behauptet, dem Weltuntergang nahe? Hat die Ukraine den Krieg jetzt verloren? Fragen, die mich interessieren, aber in anderen Talk Shows mit wenig Leidenschaft und ohne Erkenntnisgewinn abgetan werden. Anders bei meinem absoluten Liebling Markus Lanz, den ich in den letzten zwei Jahren über die Maßen schätzengelernt habe. Er fragt einfach exakt so lange, bis er selbst klüger geworden ist. Ein Gesprächskonzept scheint er nicht zu haben, bis eben das gerade genannte: Er geht konsequent und gnadenlos seinem Erkenntnisinteresse nach, was aber niemanden kränkt, da man spürt: er meint das nicht persönlich, er meint die Sache. Ich war also froh, daß er nun die Kriegsfrage stellte, die Siegfrage; wer gewinnt? Er hatte noch zwei Labersäcke dabei, wie Rainald Goetz selig sie genannt hätte, über sie müssen wir nicht reden. Aber Florence Gaub, was dachte die? Sie definierte 'Sieg' beziehungsweise 'Sieg der Ukraine' neu. Demnach habe diese gesiegt, wenn sichergestellt sei, daß nie wieder ein russischer Angriff auf sie möglich sei. Und dieser Sieg sei nach wie vor zu erreichen, ja womöglich durch die Kämpfe der letzten Monate nähergerückt. Die Verluste der Russen hätten 7 zu 1 gegenüber dem Gegner betragen. Die monströse Überlegenheit an Artilleriegeschossen laufe eines Tages ins Leere, da zunehmend Drohnen zum kriegsentscheidenden Faktor würden. Die Ukraine habe in den letzten zwölf Monaten 500.000 davon selbst hergestellt... Und so weiter. Alles neue Informationen für mich. Ich war der schönen Frau am Ende dankbar und ging beruhigt schlafen, weit nach Mitternacht. (Markus Lanz, die Sendung, ist zu gut, als daß sie im Hauptabendprogramm Platz finden könnte.)



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