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Das Fritz Brinkmann Buch 14

14. Kapitel 29.8.1977 Es raschelte, ich hörte Annerose kommen. Davon wachte ich auf. Sie legte sich sofort zu mir und wir schliefen einige Minuten bis der Wecker klingelte. So begann der Tag. Ich erzählte Annerose lebhaft, was ich alles gemacht hatte, sie erzählte das Ihrige. Immer wieder kuschelte sie sich an mich, denn sie hatte eine schlechte Nacht gehabt mit Thorsten. Ich sei der weichste und der liebste, hörte ich sie immer wieder sagen. Ich besuchte sie während der A

Das Fritz Brinkmann Buch 12 und 13

12. Kapitel Ute im Bett. Eine knappe Entscheidung. Fritz und ich mußten knobeln. Dann legte sie sich doch zu Fritz, und ich mußte schnell protestieren. Fritz war skrupellos genug, ihr zu erzählen, daß wir um sie gepokert hatten und daß ich gewonnen hatte. Daraufhin legte sie sich, eigentlich wider Erwarten, zu mir. Doch wie sollte es jetzt weitergehen? Fritz macht das Licht aus, ich liege wie tot im Bett. Aber das soll nicht so bleiben! Diesmal werde ich nicht so lächerlich

Das Fritz Brinkmann Buch 10 und 11

10. Kapitel 20.5.1977 Gestern waren Fritz und Blondie hier. Lojo: Irgendwie freue ich mich, daß ihr beide, du, Fritz, und Blondie mal zusammen hier seid. Blondie: Ja, gell, denn eigentlich mochten wir uns nicht besonders, stimmt's, Fritz? Lojo: Dabei habe ich das nie verstanden. Fünfzig Prozent der Gespräche, die ich hier in Schwabing zu führen habe,drehen sich darum, Fritz zu verteidigen, die anderen fünfzig Prozent darum, Blondie zu verteidigen. Und die Attacken, die dümm

Das Fritz Brinkmann Buch 9

9. Kapitel 9.5.1977 Gestern … eine sonderbare Handlungsfolge von Sinnlosigkeiten. Ich gehe, Hand im Jackett und stolz, ins Haus, finde eine "Nationalzeitung", fahre hoch, fahre wieder runter, gehe zur Telefonzelle, rufe Annerose an, die aber meldet sich nicht, fahre wieder hoch, lese "Nationalzeitung“ rauche Pfeife, Beine auf dem Tisch, beschließe Annerose, wie auch immer zu kontakten, fahre runter, rufe Stephan Ohrt an, als Mi

Das Fritz Brinckmann Buch 8

8. Kapitel 6.5.1977 Ich sterbe vor Hunger! Ich warte auf Julika, die mir etwas zu essen bringen will. Wie geht es mir, was mache ich? Gestern. Ein normal-guter Tag. Ich döse im Bett , bin schon wach. Gleich wird mich Brinckmann, der jetzt mein bester Freund ist, abholen, um nach Starnberg zu fahren, an den Starnberger See, wo der König von Bayern ertrunken ist. Dort geht seine Freundin zur Schule, in ein exklusives Internat. Es ist wahnsinnig, in welcher Notlage diese Int

Das Fritz Brinkmann Buch 7

7. Kapitel 28.3.1977 Shakespeare und die anderen großen Meister definieren den Liebenden immer als denjenigen, der ungeheure Freuden und ungeheure Qualen gleichzeitig durchlebt. Ich stutzte - waren die Leute früher denn auch solche Neurotiker? Leider wird nie gesagt, wie diese Qualen aussehen. Beschrieben wird stattdessen nur der eine Aspekt - die Freude, und zwar so, daß ich sagen muß: ich passe. Vom Elysium ist die Rede, der vollständigen Wonne, dem Verschmelzen, von Raus

Das Fritz Brinkmann Buch 5 und 6

5. Kapitel 24.12.1976 Um die Revolution aus der Sackgasse zu führen, muß eine Übergangs- und Verschnaufpause-Freundin her. Sie ist da. Sabine. Sie erfüllt beide Voraussetzungen: [if !supportLists]1. [endif]Sie ist ein "guter Mensch". [if !supportLists]2. [endif]Sie ist hübsch, weil jung. Zu 1.: Sie ist psychisch total intakt. Glänzend-gesundes Elternhaus ohne Streit, liebevoller Vater, verständnisvolle Mutter. Sie drückt sich ohne Scheu aus, überlegt beim Sprech

Das Fritz Brinkmann Buch 3 und 4

3. Kapitel 9.12.1976 O Gott! Diesmal verschenkte ich einen wertvollen Tag an einen gewissen Fritz Brinckmann! Ich mag es mir selbst nicht glauben. Doch das alles später. Um es kurz zu fassen - geweckt wurde ich durch Klingeln an der Tür, also gab es kein traumerfülltes, gedankenschweres Erwachen, sondern gleich wieder Alltag. Hemdenwaschen, Baden und dergleichen. Essen. Alles Blödsinn. Endlich, um 15 Uhr, saß ich zufällig und etwas unschlüssig auf dem Boden. Ich merkte die Ch

Das Fritz Brinkmann Buch 2

2. Kapitel Da mir im Moment rein gar nichts einfällt, will ich mal die letzten Stunden mit meiner Frau Annerose erzählen. 24. November 1976, 8 Uhr, München Hauptbahnhof. Ich freue mich. Seit einigen Tagen, nachdem ich viel Schlechtes über Annerose geschrieben und gedacht hatte, freute ich mich wieder auf sie. Auch hatte ich mich endlich damit in Einklang gebracht, die Uni aufzugeben. Es würde einen Münchner Winter mit Annerose geben - viel Trubel, Liebe, Leidenschaft. Viele L

Das Fritz Brinkmann Buch 1

1. Kapitel Um neun Uhr krähte der Wecker. Er wurde lauter, bekam etwas Krächzend-Kreischendes, doch ich war bleiern müde, wirklich nicht ganz da. Nach zehn bis zwanzig Minuten wälzte ich mich zum Tisch, wo die Pillendose stand, und schluckte eine Aufputschtablette. Gleich ging es besser. Ich konnte bis zur Küche gehen und Kaffee kochen. Während ich ihn schlürfte, sah ich, daß draußen Morgenrot war, und konnte - anders als gestern, als ich wie abge­stumpft war - kurz denken: w

Nicolas Born

I. Hung-min sitzt auf meinem Schoß und beißt mir ein Ohr ab. Draußen Stille. Später (ist es schon Abend?) ein Klingeln an der Tür,...

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